Tag des estnischen Brotes und Herbstmarkt
am Sonntag, 20. September
Herbstmarkt von 10 bis 16 uhr
Aktivitäten auf den Bauernhöfen von 11 bis 16 uhr
Bauernhof Sassi-Jaani – Mahlen mit der Handmühle
Im Nutzgarten des Bauernhofs Sassi-Jaani ist bereits das Brotgetreide für das kommende Jahr ausgesät. Erfahren Sie, wann der richtige Zeitpunkt ist, Roggen zu säen. Auf dem Vorplatz des Speichers können Sie selbst ausprobieren, wie mühsam es ist, mit einer Handmühle Mehl zu mahlen.
Bauernhof Köstriaseme – Dreschen
Der Roggen ist auf dem Feld geschnitten und zum Trocknen in die Riegenstube gebracht worden. Nun gilt es, die Körner aus den Ähren zu lösen. Die Getreidegarben werden von den Darrstangen genommen, anschließend werden auf der Dreschtenne die Körner mit Dreschflegeln aus den Ähren geschlagen. Auf dem Bauernhof Köstriaseme können Sie sehen, wie diese anstrengende Arbeit vonstattengeht, und sich sogar selbst darin versuchen. Entdecken Sie, wie eng der Getreideanbau mit der Bauweise des Hauses verbunden war.
Schenke Kolu – Wettbewerb für handgemachtes Brot, Drehorgelspieler und gemischter Chor des Estnischen Freilichtmuseums
Bei der Schenke Kolu findet der traditionelle Wettbewerb um das beste handgemachte Brot statt. Alle Besucher können die zum Wettbewerb eingereichten Brote probieren und ihren Favoriten wählen. Die Abstimmung über das beste handgemachte Brot läuft bis 14 Uhr. Der Gewinner wird um 14:45 Uhr bekannt gegeben.
Sobald die besten Brote prämiert sind, geht das Brotfest mit einem Konzert des
gemischten Chors des Estnischen Freilichtmuseums unter der Leitung von Erki Meister weiter.
Es gab Zeiten, da gehörte ein Drehorgelspieler zu jedem Markt. Aus der Gemeinde Kastre im Landkreis Tartu ist der Drehorgelspieler Aivar Jõgar zu unserem Markt angereist. Die heute selten gewordenen Klänge der Drehorgel sind auf dem Markt zwischen 11 und 15 Uhr zu hören.
Gegenüber der Schenke Kolu – „Leibur“-Roggenbrotwettbewerb
Auf diesem Bauernhof überrascht die Brotfirma Leibur die Besucher mit einer gelungenen Verbindung aus alten Traditionen und moderner Technologie. Die Produkte des Unternehmens sind unter diesem Namen bereits seit einem halben Jahrhundert im Handel erhältlich. Die Besucher können das beste industriell hergestellte Roggenbrot wählen. Das beliebteste Leibur-Brot wird um 14:30 Uhr gekürt.
Kapelle Sutlepa – Brotsegnung
Wenn der Roggen reif und unser tägliches Brot gebacken war, wurde es gesegnet, damit die Vorräte möglichst lange reichten. Um 12:30 Uhr segnet Pfarrer Urmas Nagel das Brot des Museums. Der Frauenchor der Estnischen Nationalbibliothek tritt auf. Das handgemachte Brot kommt zur Segnung aus Rakvere in die Kapelle. Hergestellt wurde es vom langjährigen Kooperationspartner des Museums Päts Sahver, für den das Backen schöner Brote seit Jahren eine Herzensangelegenheit ist.
Bauernhof Kutsari-Härjapea – Butter machen und Brot backen
Die Bäuerinnen von Kutsari-Härjapea backen auch in diesem Jahr wieder traditionelles Roggenbrot. Das Rezept ist zwar nicht kompliziert, doch das Brotbacken hat etwas Geheimnisvolles an sich, das darüber entscheidet, ob das Brot gelingt. Nach dem Anrühren, Säuern und Kneten des Teigs ist das Brot schließlich fertig gebacken, und die frischen Laibe kommen direkt aus dem Brotofen auf den Tisch. Aus Sahne wird außerdem frische Butter gemacht, die sich großzügig auf eine Scheibe Brot streichen lässt.
Sauna des Bauernhofs Pulga – Den Brotbeutel packen
Dem Hausherrn steht eine längere Reise bevor, auf die er sich vorbereiten muss. Zunächst heißt es, sich gründlich zu waschen und den Brotbeutel zu packen – natürlich darf dabei Roggenbrot nicht fehlen. Der Saunaofen wird angeheizt und dann wird
geschaut, was noch in den Brotbeutel gehört. Schauen Sie vorbei und erfahren Sie, wie man früher einen Brotbeutel für die Reise packte.
Bauernhof Roosta – Basteln mit Stroh
Die Roggenkörner dienten als Nahrung, doch auch die Halme wurden vollständig verwertet. Mit Stroh wurden Dächer gedeckt, zu Weihnachten wurde es auf dem Fußboden ausgebreitet, als Füllung für Strohsäcke zum Schlafen verwendet, als Einstreu in den Stall gebracht und als Material für Handarbeiten genutzt. Im Workshop können Sie aus dem beim Dreschen übrig gebliebenen Stroh Lesezeichen und Strohpuppen herstellen.
Wassermühle – Mühlengeschichten
Es gab eine Zeit, in der es in Estland Hunderte von Wind- und Wassermühlen gab. Nun sind der Müller und seine Frau gekommen, um nach der seit Langem leer stehenden Wassermühle zu sehen. Gemeinsam wird überlegt, wie sich die Mühle wieder in Gang setzen ließe, damit hier erneut Roggenmehl gemahlen werden kann – und vielleicht gibt es dabei auch die eine oder andere Gespenstergeschichte zu erzählen.
Schulhaus Kuie – Wissenswertes über den Roggenanbau
In diesem Haus wird schon seit Langem Wissen vermittelt. Zum Tag des Brotes sind aus Jõgeva Fachleute angereist, die sich wie kaum jemand sonst mit der Geschichte und dem Anbau von Roggen in Estland auskennen! Die Mitarbeiter des Estnischen Zentrums für ländliche Forschung und Wissen haben verschiedene Roggensorten mitgebracht und stellen die Geschichte der Roggenzüchtung sowie den Roggenanbau vor. In der Küche werden Kekse aus Roggenmehl gebacken.
Kolchosen-Wohnhaus – Brot damals und heute
Zu Sowjetzeiten war Brot so billig, dass damit sogar Tiere gefüttert wurden. Heute wird gutes Brot wieder sehr geschätzt, und auch selbst Brot zu backen steht wieder hoch im Kurs. Brot dient außerdem als Inspiration für viele interessante Gerichte. Wir zeigen, wie einfach Brotbacken zu Hause heute ist und welche leckeren Gerichte sich außerdem aus Brot zubereiten lassen.
Altes setukesisches Bauernhaus – Roggenbrot auf setukesische Art
In Setumaa backte man aus Roggen rüavatsku, setukesische Roggenfladen, die sich vom in Estland üblichen Sauerteigbrot unterscheiden. Die Hausherrin zeigt, wie sie zubereitet werden. Im Butterfass wird die Sahne so lange geschlagen, bis daraus Butter entsteht, die das Brot noch köstlicher macht.
Auf dem setukesischen Hof können Interessenten selbst mit Ton arbeiten und im Keramikworkshop der Galerie „Iidne“ eine Schale oder Tasse anfertigen. Der erfahrene Kursleiter Priit Allas stellt verschiedene Keramiktechniken vor und vermittelt die nötigen Handgriffe.
Windmühle Kalma – Getreidemahlen
In der größten Windmühle des Museums ist der estnische Windmühlenforscher Rasmus Tähepõld zu Gast. Er erklärt, wie eine Windmühle funktioniert. Außerdem ist sein Buch „Pöörlev pärand. Eesti Tuulikud“ („Drehendes Erbe. Estnische Windmühlen“) erhältlich.