Ausstellung „Das Glück kam auf unseren Hof! Ehre dem Kolchossystem!“
Ausstellung „Das Glück kam auf unseren Hof! Ehre dem Kolchossystem!“
Täglich bis zum 28. September von 10 bis 18 Uhr in der Riege des Bauernhofs Pulga.
Der Titel der Ausstellung ist ein leicht ironisches Zitat aus dem propagandistischen „Kolchoslied“, das in dem 1951 erschienenen Spielfilm „Licht in Koordi“ zu hören war. Doch die damalige Lebenswirklichkeit hatte mit dem im beschwingten Lied verkündeten „Glück“ wenig zu tun. Für die Landbevölkerung bedeutete die Zeit des Stalinismus das Ende der privaten Bauernhöfe und den Übergang zu sowjetischen landwirtschaftlichen Großbetrieben. Wie all dies geschah, wie aus Angst vor Deportationen in aller Eile Kolchosen gegründet wurden, in welchem Informationsraum die Menschen lebten, vor welchen Entscheidungen sie standen und wie die Arbeit in den Kolchosen aussah, ist heute oft kaum noch nachvollziehbar und bedarf einer genaueren Erklärung.
Die Ausstellung beleuchtet genau diese bisher wenig behandelten Themen und eröffnet einen Einblick in das ländliche Leben zur Zeit des Stalinismus – vor allem aus der Perspektive der Menschen, die diese Zeit selbst erlebt haben. Ferner schlägt die Ausstellung in der Dauerausstellung des Freilichtmuseums eine gedankliche Brücke zwischen dem Bauernhof Sepa, der von den Anfangsschwierigkeiten der Kollektivwirtschaften erzählt, und dem Kolchosen-Wohnhaus aus der sogenannten Blütezeit des Sozialismus.
Konzeption: Maret Tamjärv, wissenschaftliche Kuratorin des Estnischen Freilichtmuseums, und Heiki Pärdi, leitender Wissenschaftler
Gestaltung: Krista Lepland
Förderung: Das Kulturministerium aus dem Etat für ressortbezogene Forschung und Entwicklung sowie das Estnische Kulturkapital