Über uns

Am 1. Januar 2014 wurde das Staatsmuseum Estnisches Freilichtmuseum und eine staatliche Einrichtung Wiederherstellungsstätte Kanut zu einer Stiftung Estnisches Freilichtmuseum zusammengeschlossen. Diese Stiftung folgt weiterhin dem Zweck von einem Museum für ländliche Architektur und Landschaften sowie von einem Kompetenzzentrum für Restaurierung, Konservierung und Digitalisierung.

 

Die Geschichte des estnischen Freilichtmuseums

Das im Jahr 1909 in Tartu gegründete Estnische Nationalmuseum hat 1913 auch die Errichtung eines Freilichtmuseums vorgenommen. Die estnischen Intellektuellen haben die Anregung durch die Besichtigungen der Freilichtmuseen in Skandinavien und in Finnland bekommen (in Schweden wurde das Freilichtmuseum Skansen 1891, in Norwegen 1897, in Dänemark 1901, in Finnland das Freilichtmuseum Seurasaari 1909 gegründet). Die ernsteren Fortschritte wurden durch den Ersten Weltkrieg abgebremst. Seit 1921 wurden die Mittel des Estnischen Nationalmuseums für die Einrichtung vom Schloss Raadi verbraucht und durch die immer schwierigere wirtschaftliche Lage konnte das kostspielige Projekt - die Errichtung eines Freilichtmuseums - nicht begonnen werden.

Im Zeitraum von 1925 - 1931 gab es in Tallinn einen Verband des Estnischen Freilichtmuseums und dort ist die Idee zur Tagesordnung gekommen, das Museum in der Hauptstadt zu gründen. Die künftige Expositionen des Freilichtmuseums wurde in den 1920.-sten und 1930.-sten Jahren auch von den Ethnografen des Estnischen Nationalmuseums I.Manninen, F.Linnus und G.Ränk gefördert und gestaltet. In Tallinn sollte das Pirita Park-Museum am 1. Juli 1941 eröffnet werden, jedoch ist der Krieg ausgebrochen.

Seit 1950 hat der Verband der Architekten (K.Tihane, A.Kasper, H.Armani, G.Jommi und andere) die Errichtung eines Freilichtmuseums wieder zur Tagesordnung gebracht. Mit den konkreteren Vorbereitungen wurde 1956 begonnen, diesmal beim Kultusministerium. In den organisatorischen Ausschüssen beteiligten sich außer den oben genannten Personen die Architekten F.Tomps und I.Sagur, ebenfalls die Historiker H.Moora, G.Troska, A.Viires, O. Korzjukov.

Das Museum wurde am 22. Mai 1957 gegründet, am 1. Juni des gleichen Jahres ist das Museum in Tätigkeit getreten. Im Juli wurde für das Museum ein 66 ha großes Grundstück in der Nähe von Tallinn, an der Bucht von Kopli, auf dem Gebiet des im 19. Jh. gegründeten Sommergutes zu Rocca al Mare, zugeteilt. Für die Besucher wurde das Museum im Bau im August 1964 eröffnet.

Heute umfasst das Territorium vom Museum 72,22 ha und es werden dort 74 Gebäude exponiert.

 

Die Geschichte der Wiederherstellungsstätte Kanut

Am 1. Dezember 1986 wurde auf der Basis von den Restaurierungsabteilungen des Staatlichen Kunstmuseums und Staatlichen Freilichtmuseums das Restaurierungszentrum der Republik gegründet. Das Zentrum hatte die Aufgabe, die Museen vom Kultusministerium (Kulturausschuss der Estnischen SSR) zu bedienen und gegebenenfalls auch den anderen Gedächtnisinstitutionen zu helfen. Der Initiator des Restaurierungszentrums war der anerkannte Künstler für Lederarbeiten und der Lederrestaurator Endel Valk-Falk, der als Leiter des Zentrums seit dessen Gründung bis zum Jahr 1995 tätig war. Das Restaurierungszentrum hat seine Arbeitsräumlichkeiten in der Tallinner Altstadt im Gebäude von der ehemaligen Druckerei "Kommunist", Pikk Str. 2, wo es sich bis heute befindet. Im Zentrum wurden acht Werkstätten eröffnet: für die Restaurierung von ethnographischen und polychromen Holz, Möbel, Gemälde, Leder, Textilien, Keramik, Metall und Papier. Ebenfalls hat das Zentrum angefangen, die Beratungen für Museumsexperten und Restauratoren anzubieten und diese auszubilden. Seit 1988 wird die Fachzeitschrift "Renovatum Anno ..." herausgegeben.

Im Jahr 1990 wurde der Einrichtung der Name Wiederherstellungsstätte Kanut gegeben, der sich vom Namen des Dänischen Herzog Knud Lavard ergibt und der im Laufe der Jahrhunderte als ein Schutzpatron für die in Tallinn beschäftigten Handarbeiter bekannt war.

Seit 2005 bietet die Wiederherstellungsstätte Kanut auch die Digitalisierung der kulturellen Werte an.