Bauernhof Rusi

Aus dem Ende des 19. Jahrhunderts

Der aus dem Landkreis Võru stammende Bauernhof Rusi hat unter den Exponaten des Museums eine besondere Stelle. Alle Hofgebäude außer dem neueren Speicher stammen aus dem Bauernhof Ala-Rusi des Dorfes Pugritsa des Kirchspiels Karula, der eng mit der estnischen Kunstgeschichte verbunen ist. Nämlich wuchs dort bei Eltern der Mutter der bekannte Bildhauer Juhan Raudsepp (1896-1984), der damals Rusi Juku gerufen wurde. Ala-Rusi wurde 1870 dem verheiraten Familiensohn vom älteren Großbauernhof Mäe-Rusi ausgewiesen, es war ein etwa 36 Hektar großer Zwei-Pferde-Hof. Die Bauten von Ala-Rusi wurden 1967 überführt. Der Hof wurde 2002 den Besuchern eröffnet.

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1 – Riegenhaus, 2 – Speicher, 3 – Speicher-Viehstall, 4 – Viehstall-Scheune, 5 – Keller, 6 – Sauna, 7 – Brunnen

Sachverhalt

  • Die Nachfahren der ab dem Jahre 1826 den Familiennamen Tuwikene tragenden Familie halten für ihren Vorfahren den im Jahre 1700 geborenen Bauern des Gutshofes Kaagjärve Russi Johann.
  • Mit dem Gutshof wurde über Mäe- und Ala-Rusi ein gemeinsames Kaufvertrag in Höhe von 5.555 Zarenrubel in den 1880ger Jahren abgeschlossen. Dieser nach dem Auge halbierte Bauernhof wurde offiziell erst etwa im Jahre 1900 in zwei Teile vermessen.
  • Das Landzeichen des Bauernhofes und der Umgebung war eine auf dem Berg wachsende Kiefer mit Schopf, die man zu schwedischen Zeiten gepflanzt hätte. Passierte man die Kiefer, sollte man immer ein Kreuzzeichen machen. Dem Baum wurden auch Opfer gegeben – Perlen, Münzen, Gürtel usw. Ein neuer Bewohner, der die Bedeutung des Baumes nicht kannte, und ihn etwa im Jahre 1953 fällte, wurde todeskrank.
  • Offensichtlich sind die bekanntesten Werke von Juhan Raudsepp zwei allegorische Statuen auf der Fassade des Kunstgebäudes, Mädchen mit Schüssel auf dem Platz der Türme, Stockbrecher in Haapsalu.