Bauernhof Ritsu

Riegenhaus eines Häuslers aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts

Der Bauernhof Ritsu stellt den Haushalt eines Häuslers in Südestland vor. Das im Hof stehende Riegenhaus wurde in den 1860ger Jahren im Bauernhof Ritsu im Dorf Tinnikuru im Kirchspiel Paistu gebaut (der Speicher und der Viehstall sind noch nicht errichtet worden). Das Gebäude wurde 1966 ins Museum gebracht und 1968-1975 aufgestellt.

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1 – Riegenstube, 2 – Dreschtenne, 3 – Vorkammer, 4 – Hinterkammer, 5 – Flur, 6 – Speisekammer, 7 – Kammer hinten dem Ofen, 8 – Spreukammer

Sachverhalt

  • Als Häusler bezeichnete man Bauern mit wenig Land oder ohne Land, die mit Gelegenheitsarbeiten, seltener mit dem Handwerk den Unterhalt verdient haben. Ab der Mitte des 19. Jahrhundert wurden so Hälter von auf Quotenland von Gutshöfen oder in staatlichen Gutshöfen gebildteten Kleinbauernhöfen genannt, die den Pachtzins mit Arbeitstagen oder Stückarbeit auf Gutsfeldern zahlten. Sie wohnten für sich im kleinen Häuschen oder in der Sauna, einzelne auch bei jemandem im Haus. Nach dem Häuslergesetz von 1926 konnten die Häusler einen Hof kaufen.
  • Zu Zeiten von Jaan Kingu wurden im Bauernhof Ritsu ein Pferd, 3 Kühe, im Sommer 4 Kühe, einige Schafe und 4 Schweine gehalten.
  • Vor dem Zweiten Weltkrieg zahlte man dem Staat den Pachtzins in Höhe von Kronen 11.20 jährlich. Der Vertrag belief auf 55,5 Jahre, danach sollte der Hof eingelöst sein.