Netzhäuser

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es auf Stränden Netzhöfe von einem Dorf oder von mehreren Dörfern. Da standen den Mannschaften der Boote gehörenden Netzhäuser, in denen Fischnetze und anderes Fischfangzubehör aufbewahrt wurde. Am Strand des Freilichtmuseums in der Gegend von Inseln stehen drei Netzhäuser von der Insel Saaremaa: aus Nasva, Toomalõuka und Alvi.

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Sachverhalt

  • Fischnetze wurden im Winter durch Frauen und Kinder gewebt. Es wurden auch gemeinsame Webabende von mehreren Familien veranstaltet, da gab es Wettbewerb, wer am schnellsten webt und die Zeit wurde gemeinsam verbracht.
  • Fische wurden auch mit Zugnetzen gefangen. Ein Zugnetz gehörte ursprünglich dem ganzen Dorf. Die Zugnetzgenossenschaft wurde durch den erfahrensten Fischer geführt und sie hatte mehr Mitglieder, als für die Arbeit notwendig war. Man konnte seinen Beitrag durch das Besorgen vom Schnaps oder Bier für das gemeinsame Fest ersetzen.
  • Auf der Insel Muhu gab es eine Tradition, dass am Karfreitagmorgen die Schlafenden geschlagen wurden und gesagt wurde: Gute Fische, viele Fische, viele Renken, viele Alande, viele Dorsche, viele Schollen! Man meinte, derjenigge, der gut geprügelt wird, in diesem Jahr ein gutes Fischglück haben wird! (Kirchspiel Muhu – M. J. Eisen).