Bauernhof Kolga

Pachtbauernhof aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Der Bauernhof Kolga stellt einen Pachtbauernhof der Insel Hiiumaa und seine Entwicklung durch die Zeiten vor. Die Bauten stammen aus dem Kirchspiel Emmaste. Der Bauernhof wurde 1984 den Besuchern eröffnet. Bei der Gestaltung des für die Insel Hiiumaa charakteristischen geräumigen Hofes nahm man den Bauernhof Pendi aus dem Dorf Lelu zum Vorbild, in dem es auch noch die alten Zäune gab, die den Hof gegliedert haben.

Die meiste Bevölkerung der Insel Hiiumaa wohnte in der Entfernung von bis zu 8 km von der Küste, so hat man neben dem Ackerbau auch Fischfang betrieben und ging aufs Meer. Man musste vielseitig sein, um auf der Insel zu überleben, so wurde für Verkauf auch Holzarbeit gemacht. Dank ihrer Lage und Geschichte ist Hiiumaa ein Kulturvermittler zwischen Estland und Skandinavien gewesen.

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1 – Riegenhaus, 2 – Speicher, 3 – Großspeicher-Viehstall, 4 – Sauna-Sommerküche, 5 – Schmiede, 6 – Keller, 7 – Brunnen

Sachverhalt

  • Im 13./14. Jahrhundert haben sich Schweden auf der Insel Hiiumaa niedergelassen. Im 18. Jahrhundert gehörten sie dem Gutsherrn Kõrgessaare K. M. Stenbock, der ihre alten Freiheitsurkunden nicht anerkennen wollte, welche sie von Fronarbeiten befreiten. Die Streitigkeit wurde durch den Ukas der Katharina II. glöst, mit dem die Schweden an den Dnepr umgesiedelt wurden, aber schwedische kulturelle Einflüsse blieben.
  • 1911 kaufte Mihkel Pruuli den Bauernhof Kolga. Er vermachte den Bauernhof seinem Sohn Ruudolf, der Seemann war (geboren 1890), der mit dem auf Seefahrten verdienten Geld geholfen hatte, den Bauernhof einzulösen. Ruudolf war auch der Anführer des örtlichen gesellschaftlichen Lebens.
  • Der Bauernhof Kolga hatte 50,9 ha Land, davon 5,8 ha Ackerland.
  • In Kolga kann man die der Insel Hiiumaa charakteristische schwedische Bank mit einer Lückenlehne, Schaukelschtuhl, Lappenteppiche, in Betten karierte Bettenbezüge und Teppiche besichtigen.