Bauernhof Jaagu

Der Bauernhof Jaagu wurde in den 1860ger Jahren vom Staatsgutshof einem Soldaten a. D. der Zarenarmee erteilt, es war ein Kleinbauernhof in Muhu, der sogenannte Hof eines Platzmannes, der etwa 9 ha Land hatte, davon ca. 2 ha Ackerland.

Die Platzmänner haben auf dem Festland – großen Land, Überland – auf Saisonarbeiten, vor allem auf Bauarbeiten einen Unterhalt verdient. Als geschätzte Steinbaumeister haben sie Bauten sowohl in Bauernhöfen und Gutshöfen als auch in Tallinn und Riga errichtet. Auch eigene Gebäude wurden mit Liebe und Sorgfalt gebaut. Im Winter hat man Unterhalt mit Handarbeit/Handwerk verdient: Frauen webten, stickten, nähten, Männer machten Forst- und Schreinerarbeiten.

Der Bauernhof wurde im Museum 1976 eröffnet.

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1 – Riegenhaus, 2 – Speicher, 3 –Hofscheune

Sachverhalt

  • Die Kleinbauernhöfe wurden aufgrund der neuen Vorschrift der Haltung von Staatsgutshöfen des Jahres 1841 und der Regelungsanleitung des Jahres 1859 gegründet, welche die Erteilung des Reservlandes von Staatsgutshöfen an die landlosen Bauern und Soldaten a. D. zuließen.
  • Das Arbeiten auf dem Festland gab der Familie auch freies Geld, das die großen Ackerbaubauernhöfe oft nicht ausreichend hatten. So konnte in kleinen Haushalten sogar mehr gekaufte Artikel sehen – wie zum Beispiel eine Nähmaschine im Bauernhof Jaagu.
  • Da es auf der Insel Muhu wenig Wald gab, wurde als Brennstoff Torf benutzt, der in Sümpfen der Inseln Muhu oder Saaremaa geschnitten wurde.