Rezepte

Zum Kaffe der Klosterschule

1/2 Pfund Butter (225 gr)
1 Pfund Zucker (450 gr)
6 Eier
1 Pfund Mehl (450 gr)
1 TL Soda
3 Löffel Kakao
1 Tasse Milch
Zitronenschale

 

Die Butter wird schaumig gerührt und dazu werden beim ständigen Rühren einzeln 6 Eigelb hinzu gegeben. Man sollte 1/2 - 3/4 Stunden rühren. Jetzt wird eine kleine Tasse Milch zugeführt, worin 1TL Soda geschmolzen und Mehl dazu gegeben wurde, danach noch etwas Zitronenschale nach eigenem Geschmack und anschließend geschlagene Eiweiß hinzugefügt. Der Teig wird in zwei Teile geteilt und in einen Teil davon wird Kakao eingemischt. Jetzt wird in einer Springform abwechselnd eine Schicht weißer und eine Schicht brauner Teig gelegt und in einem nicht sehr heißen Backofen 3/4 - 1 Stunde gebacken.

Zeitschrift "Taluperenaine" aus den 1930.-sten Jahren.

 

Schweinefleischrollen

1,2 kg Schweinefleisch (Karbonade oder hintere Schenkel)
ein Teller voll Sauerkraut
Salz
Pfeffer
1-3 SL Schweineschmalz
1 SL saure Sahne
1 SL Mehl

 

Der Fleisch wird sauber gekratzt, in Scheiben geschnitten, mit einem Fleischhammer breit geklopft; etwas Salz und Pfeffer drauf streuen und 1 Löffel zuvor weich gedünsteten oder übrig gebliebenen Sauerkraut darauf gelegt; weiterhin wendet man sorgfältig die Rollen und bindet mit einem sauberen Leinenfaden kreuz und quer fest, damit die Füllung drin bleibt. In der Pfanne werden die Rollen im Fett braun gebraten und in einem Topf bzw. in eine Kasserolle gelegt, das Pfannenspülwasser drauf getan und mit etwas Salz gewürzt. Wird so lange unter dem Deckel auf dem leichten Feuer gedünstet, von Zeit zu Zeit kochendes Wasser darauf, damit es genug Sauce gibt. Dann nimmt man die Rollen heraus, löst man die Fäden sorgfältig; der Sauce wird das Mehl hinzugefügt, das mit der sauren Sahne gemischt ist, man lässt es kurz kochen, es wird durchgesiebt und in der Kanne serviert. Die Rollen werden auf eine Schüssel gegeben und mit den braunen Kartoffeln umrandet.

Zeitschrift "Taluperenaine" vom Februar 1935.

 

Erbsenpfannekuchen

1 1/2 Glas graue Erbsen
3 Glas Milch
1 Glas Buttermilch oder Sauermilch
8 SL Mehl
etwas Salz
1 SL Zucker
2 SL Butter
2 Eier

 

Die Erbsen werden mit wenig Wasser weich gekocht, man lässt sie abtropfen und werden im Fleischwolf gemahlen. Zucker und Eier werden schaumig gerührt, darunter Milch, Erbsen, Mehl, geschmolzene Butter und etwas Salz gemischt. In Butter werden kleine Kuchen gebacken und mit geschmolzener Butter oder mit Beerenmuss gegessen.

Zeitschrift "Taluperenaine" aus den 1930.-sten Jahren.

 

Osterpascha

2 kg Quark
5 Eier
2 Glas dicke Sahne (Schlagsahne)
300-400 g frische Butter
3-4 Glas Zucker (nach Geschmack)
etwas Salz
1 Vanilleschote oder etwas Vanillin
bei Wunsch Rosinen oder die Korinthen, die Sukkade und geraspelte Nüsse.

 

Der Quark wird von der Molke trocken gepresst, durch ein Haarsieb gedrückt und in eine emaillierte oder Aluminiumschüssel gegeben; die Eier werden mit Zucker gerührt, die Butter wird geschmolzen und über den Quark gegossen; dazu wird noch die Sahne gegossen, die Gewürze hinzugefügt, nach Wunsch fügt man Rosinen oder Korinthen, Nüsse oder Sukkadestückchen hinzu und man erhitzt ständig beim Rühren bis zum Kochen (darf nicht kochen!).

Die Masse wird abgekühlt und in einen mit im kaltem Wasser getränktem Leinenstoff bedeckte Paschaform gestellt, oder wenn keine Form vorhanden ist, in einen im kalten Wasser eingeweichten Blumentopf, der von innen mit einem undichten Stoff gefüttert ist. Auf die Form wird ein leichtes Druckmittel gestellt. Am nächsten Tag wird die Pascha aus der Form entnommen, nach Wunsch mit der Buttercreme, Apfelsinenstücke, Marmelade oder Waffeln dekoriert. Die Pascha wird als eine Süßspeise mit einem kalten Getränk oder zum Kaffee oder Tee gegessen.

Zeitschrift "Taluperenaine" aus den 1930.-sten Jahren.

 

Pfefferkuchen des Propstes

Pfefferkuchenteig
2 Glas Zucker
1 Glas Sirup
1 Glas geschmolzene Butter
1 Glas saure Sahne
2 TL Soda
50 g geraspelte Nüsse
Weizenmehl

Sirup
6 SL Zucker
3/4 l kochendes Wasser
3 1/2 Glas Zucker
2 TL gemahlener Zimt
2 TL gemahlener Kardamom
2 TL Ingwer

 

Zuerst wird der Sirup hergestellt: 6 SL Zucker werden auf einer heißen Pfanne angebräunt, bis der Rauch schon zu sehen ist. Dann wird langsam das kochende Wasser hinzugefügt, indem das Gemisch mit dem Holzlöffel gerührt wird ebenfalls die restlichen 3 1/2 Glas Zucker und Gewürze auch dazu gegeben. Der Sirup wird nochmal durchgekocht und abgekühlt. Dem abgekühlten Sirup werden die geschlagenen Eier, die geschmolzene Butter, der Zucker, die geraspelten Nüsse, saure Sahne mit dem Soda gemischt hinzugefügt, und schließlich wird der Teig mit dem Mehl geknetet. Von dem dünn gerollten Teig werden mit den Pfefferkuchenförmchen die Plätzchen ausgeformt. Die Kuchen werden mit den Eiern gepinselt, mit den geraspelten Nüssen bestreut und im Backofen gebacken.

Zeitschrift "Taluperenaine" aus den 1930.-sten Jahren.

 

Grützwürstchen

250 g Grütze
600 g Fleischbrühe (kann man von den Knochen kochen oder auch aus dem Brühepulver fertigen)
300 g Fleisch (Seiten- oder Speckstück)
1 Zwiebelknolle
50 g Butter
Zum Abschmecken Salz, Pfeffer und Majoran bzw. Wurstkraut
1 m Schaf- oder Schweinedarm

 

Gewaschene Grütze mit Brühe kochen, den gehackten sowie gebratenen Speck und die Zwiebeln hinzufügen. Auf dem ruhigen Feuer die Grütze halbweich kochen. Danach den heißen Brei abschmecken und anschließend abkühlen lassen. Zum Stopfen von der Wurst einen Trichter benutzen, die Därme mit dem Wurstbrei füllen, indem man für die Grütze ausreichen Platz lässt zum Schwellen. Auf einer gewünschten Länge sollten die Darmenden mit dem Leinenfaden zusammengebunden werden. Man kann kleine Würstchen, jedoch auch Wurstkränze machen. Stellen Sie die Würstchen auf das schwache Feuer für ca. 15-20 Minuten zum kochen. Backen Sie diese im Ofen knusprig. Auf dem Tisch schmeckt es am besten mit etwas saurem Muss.

Guter Tipp: bevor man die Würstchen in den Ofen gibt, kann man mit der Nadel ein Paar kleine Löcher in die Wurst stechen, dann werden die Würstchen im Ofen nicht platzen.

Ülle, die Köchin in der Kolu Kneipe.